AW: Reisebericht Kreta 2009
So, heute schaffe ich es, den Rest des Urlaubsberichts aus 2009 einzustellen - viel Spaß damit:
Fr, 22.05.2009
Besseres Wetter im Ornogebirge. Daher heute unsere geplante Tour bei Móhlos.
Wir wollten eine Rundwanderung von Móhlos nach Sfáka zurück nach Móhlos unternehmen.
Wanderbeschreibung von Móhlos nach Sfáka zurück nach Móhlos:
Von Istron aus fahren wir die Hauptstraße Richtung Sitia. Hinter Kavousi steigt die Straße steil an. Kurz nach einem Aussichtspunkt auf der rechten Straßenseite gibt es einen Abzweig in Richtung Móhlos nach links. Auf diesem Wege fahren wir bis nach Móhlos hinein und parken den Wagen dort am Straßenrand (alternativ kann man auch bis in den Dorfkern fahren und dort am Ende auf einem großen Parkplatz parken).
Wir laufen nun ab hier die Straße in Richtung Osten entlang. Der flache und mit Oliven und Weinfeldern bepflanzte Küstenstreifen hat seinen Reiz. Das haben offenbar auch Investoren bemerkt, die hier und da kleine Appartementanlagen bauen. Nach etwa 30 Minuten erreichen wir auf der linken Seite ein größeres Windrad, dort und an der relativ neuen Clubhotelanlage vorbei, die offenbar in französischer Hand ist ebenfalls, kommen wir wenig später an einen Strommast mit Transformator. Kaum noch zu erkennen, weist hier ein blauer Pfeil mit dem Buchstaben S in Richtung Sfáka nach rechts in eine Schotterstraße.
Eine ältere Dame sprach hier meine Frau, die auf gleichem Wege war, kurz vorher an und bat darum, ihr beim Tragen ihres Einkaufs zu helfen. Als ich meiner Frau dann die Tüte abgenommen hatte, entschuldigte sie sich bei meiner Frau, dass ich die Tüte nun tragen müsse. Eine zweite Tüte, die ich ihr auch noch abnehmen wollte, gab sie dann aber nicht ab. Entweder war ihr das peinlich oder sie hatte Sorge um das darin befindliche Bier. Vielleicht sah ich schon etwas durstig aus. Wenige hundert Meter weiter hatten wir ihr Zuhause erreicht und sie hatte uns bis dahin viel erzählt und wir vielleicht 10% verstanden. Sie hatte sich jedenfalls gefreut.
Wir setzen unseren Weg fort, der fortan immer mal wieder durch blaue oder weiße Pfeile und auch den Buchstaben „S“ markiert war. Über viele Windungen geht es steil hinauf. Nach vielleicht 40 Minuten erreichen wir eine Kammhöhe. Von hier hat man einen schönen Blick in die Täler und weitere wenige Minuten später sehen wir Sfáka schon vor uns. Wir erreichen eine Teerstraße, der wir folgen und erreichen kurz darauf den Ortskern. Geradeaus durch den Ort bis hin zu einer schön gepflasterten breiten Treppe, die wir aufwärts steigen. Auf dieser Treppe erreichen wir die Kirche von Sfáka. Von dort hat man einen sehr schönen Blick auf das Dorf und in das Tal hinein. Die Kirche selbst war leider mal wieder verschlossen, schade.
Die Treppe wieder zurück bis hinunter ins Dorf folgen wir nun einer weiteren etwas älteren Treppe ähnlicher Machart nach links hinab in Richtung des Friedhofs. Den Friedhof lassen wir rechts liegen und folgen weiter dem Weg geradeaus hinab. Direkt darauf führt eine Schotterstraße hinauf zur oberhalb verlaufenden Hauptstraße. Dieser folgen wir nicht, sondern gehen weiter geradeaus auf dem Weg durch die Wiesen. Der Weg macht schließlich einen Linksknick und führt uns über eine alte Bogenbrücke über ein kleines Seitental. Auf der anderen Seite der Brücke scheint es nicht weiter zu gehen. Man muss hier jedoch bis zu einer kleinen Mauer einfach die Böschung hochsteigen und sich dann rechts halten immer entlang der Mauer. Hier wird auch ein kleiner Pfad manchmal sichtbar. Er ist überwiegend jedoch zugewuchert. Lange Hosen, wenigstens aber hohe Strümpfe sind hier von Vorteil. Der Weg endet schließlich an einer Schotterstraße mitten in Olivenhainen. Wir halten uns hier links und wandern den Weg weiter immer abwärts bis in das Bachbett hinein. Beim Abstieg erkennen wir auch eine andere Schotterstraße von links kommend auf der anderen Seite des Bachbettes. Dieser Straße folgen wir nach rechts. Wir queren auf dieser Schotterstraße immer weitgehend geradeaus das ganze Tal und steigen schließlich auf der anderen Talseite wieder auf. 90 Minuten sind wir nun seit Sfáka unterwegs und treffen hier nun wieder auf die Teerstraße, auf der wir zuvor mit dem Wagen nach Móhlos gefahren sind. Nach weiteren 45 Minuten und herrlichen Ausblicken, sowohl ins Tal, als auch auf Móhlos, haben wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht.
Zuerst hatten wir versucht einer Wanderbeschreibung zu folgen, die uns im Tal durch das Bachbett hindurch zum Ausgangspunkt zurück geführt hätte. Offenbar ist dieser Weg aber so gut wie nicht begangen. Das gesamte Bachbett war dermaßen zugewuchert, dass man selbst mit Macheten nicht durchgekommen wäre. Aber die Änderung durch das Tal und die schönen Ausblicke machten die Tour auch irgendwie reizvoller.
Am späten Nachmittag bekamen wir dann noch neue Gäste aus Deutschland in unsere Drei-Appartementanlage. Aber wir wollen uns keinesfalls beschweren. Wir hatten sehr schöne einsame Tage und die beiden waren sehr nett.
Sa, 23.05.2009
Leider nur noch zwei Tage. Wir wussten das aber auch nur, weil wir auf den Kalender geschaut hatten. Irgendwie geht hier auf Kreta das Zeitgefühl verloren. Wir beschlossen, die letzten beiden Tage ruhig zu gestalten. Wir fuhren noch einmal nach Agios Nikolaos. In Agios Nikolaos sind wir dann doch tatsächlich, sehr zur Freude meiner Frau, noch einmal an einem Juwelier vorbeigekommen. Um ehrlich zu sein, eben nicht vorbeigekommen. Also rein und mit was kleinem glitzerndem wieder raus. Nun, der Frapé bei Du Lac schmeckte meiner Frau danach gleich doppelt so gut. Ich habe mir dann noch ein Mythos gegönnt. Auf dem Rückweg dann noch einmal ein letzter Einkauf bei Lidl, dann relaxen auf der Terrasse bei 28 Grad. Schööön!
So, 24.05.2009
Auch an diesem Sonntag lassen wir es ruhig angehen. Oberhalb von Kalo Horio hatten wir in den vergangenen Tagen im Vorbeifahren eine kleine Kapelle gesichtet. Die hatten wir uns nach dem Frühstück einmal angeschaut. In einer scharfen Rechtskurve der Straße nach Kalamafka geht es einfach geradeaus auf einen schmalen Schotterweg. Wenn man dem Weg folgt, gelangt man zur Kapelle. Die Kapelle ist wunderschön gelegen und bietet schöne Ausblicke über Kalo Horio bis zur Küste.
Unsere zweite Idee war noch, die Dörfer Meseleri und Makrillia anzusehen. Wenn man der Straße nach Kalamafka weiter folgt, geht in einer Rechtskurve eine Abzweigung halb links zu diesen beiden Dörfern und im weiteren Verlauf nach Ierapetra. Meseleri hat noch einen netten ursprünglichen Kern um die Kirche herum, das war‘s dann aber auch. Die Häuser sind teilweise leider verfallen und man hört auf der Straße, wenn zwei Straßen weiter jemand hustet. Ansonsten ist hier der (zweite) Hund begraben – und der dritte schließlich in Makrillia. Leider haben die Dörfchen auch sonst nichts wirklich Reizvolles, zumindest haben wir es nicht entdeckt. Schade, dass offenbar immer mehr solcher Dörfchen verlassen werden. Aber wer will es der Jugend verdenken?
Also sind wir wieder zurück auf unsere Terrasse, auf der unsere Nachbarn noch immer bei Frühstück saßen. Zumindest hatte es den Anschein. Drei Stunden Frühstück erschienen uns aber auch für ein gemütliches Frühstück recht lang. So erfuhren wir, dass den beiden ein Missgeschick passierte. Tür vom Appartement fällt zu und der Schlüssel? Klar, der steckt drinnen.
Da wir das Öffnen von Türen irgendwann ja mal gelernt hatten, konnten wir den beiden glücklicherweise schnell helfen. Auf den Schreck für uns alle einen leckeren Raki und ein sehr nettes Gespräch.
Schließlich hieß es Koffer packen – am Montag mussten wir früh raus.
Mo, 25.05.2009
Da unsere Maschine gegen 09:50 Uh startete, machten wir uns gegen 06:00 Uhr auf den Rückweg nach Iraklion. Mit einem schönen Sonnenaufgang auf der Fahrt wurden wir verabschiedet. Am Flughafen ging es diesmal sehr reibungslos. Der Flug verlief auch ohne Probleme und Düsseldorf hatte uns gegen 12:00 Uhr Ortszeit wieder. Und wir? Nun, wir sagen uns: „Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub!“ Mal sehen, wohin es uns beim nächsten Mal verschlägt.
"Bedenken tragen sich leichter als Verantwortung..."
Gru? Frank