20.05.2011 - achter Tag
Nach einer ruhigen Nacht wachten wir erholt auf und machten uns für das Frühstück fertig. Ich weiß nicht, wer es zuerst zur Sprache brachte, aber irgendwie war die Unterkunft nicht das, was wir uns vorgestellt hatten und während des Frühstücks reifte der Plan, doch einfach heute schon Richtung Ferma weiterzufahren. Als wir wieder auf dem Zimmer waren, packten wir kurzerhand unsere Koffer, gingen runter in die Küche und beichteten Giorgias Mutter – unter Zuhilfenahme einer kleinen Notlüge – von unserem Vorhaben. Sie akzeptierte es notgedrungen und wir zahlten, stiegen ins Auto und brausten davon.
Aber zuerst hielten wir noch beim Töpfer in Sivas, da ich am Vortag dort wunderschöne Tassen entdeckt hatte, die sich wunderbar in unserer neuen Wohnung machen würden. Da sie Tom auch gefielen, erstanden wir vier Stück.
Dann stoppten wir noch kurz im Internetcafé, um Sonni und den anderen ausrichten zu lassen, dass wir weiterfahren wollten und somit nicht am Abend mit essen gehen würden. Wir hoffen, dass es auch weitergegeben worden ist.
Danach steuerten wir in Kouses das Geschäft Botano an, über das wir einige Wochen zuvor einen Bericht in arte gesehen hatten.
Schon vor der Tür kam uns ein herrliches Duftgemisch entgegen und man wurde davon förmlich hineingezogen. Es machte riesigen Spaß, die vielen Gläser mit Kräutern und Tees durchzusehen. Da wir keinen Tee trinken, stürzten wir uns auf die Kräuter und ich erstand Oregano und diverse Gewürzmischungen. Als wir gezahlt hatten, hielt uns der Besitzer noch ein Glas mit Lemonsalz vor die Nase und fragte, ob wir das mögen würden. Es roch einfach nur himmlisch und so schenkte er uns noch ein Tütchen davon….wir haben uns echt sehr gefreut.
Dann ging die Fahrt Richtung Ferma weiter. Unterwegs versuchte ich immer wieder jemanden im Oleandergarden zu erreichen und schließlich hinterließ ich eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter.
Nachdem wir endlich Ierapetra erreichten und uns dort verfahren hatten, steuerten wir Koutsounari an und fanden auch sofort den Abzweig nach Ferma und das Hinweisschild zum Oleandergarden.
Wir parkten unser Auto und gingen zu den Gemeinschaftsräumen, in der Hoffnung dort jemanden anzutreffen, doch es schien wie ausgestorben.
Da wir unterwegs diverse Unterkünfte gesehen hatten, beschlossen wir, uns einfach in Koutsounari etwas zu suchen, doch zuerst wollten wir uns in einem Supermarkt etwas zu trinken kaufen.
Über dem Supermarkt befindet sich praktischerweise eine Taverna, die, so erfuhren wir im Laden, deutschsprachig geführt wird, Oben suchten wir uns einen Platz und kurze Zeit später kam Johanna, die österreichische Besitzerin, um unsere Bestellung aufzunehmen. Wir verspeisten ein leckeres Juvetsi und einen griechischen Salat, nicht ohne uns vorher an den Mezedes gütlich zu tun.
Wir kamen mit Johanna ins Gespräch und fragten sie, wo man denn hier günstig & gut für eine Nacht unterkommen könnte. Sie meinte dann nur „wir haben ein Appartement, welches heute frei geworden ist“. Der Preis war absolut in Ordnung und so holten wir unsere Koffer und zogen ein.
Abends schauten wir uns nach einer Woche Nachrichtenfrei die Tagesschau an, als mein Handy klingelte. Mia war dran und entschuldigte sich, dass sie sich erst so spät melden würde, aber man sei erst kurz vorher nach Hause gekommen. Sie war froh, dass wir eine Unterkunft gefunden hatten, denn der Oleandergarden war proppenvoll.
Naja, wie sagt man so schön? Ende gut - alles gut!




