Michael, Kiki - Ihr seid ja unglaublich. Hatte wirklich geglaubt, es würde einen Tick länger dauern das Bild zu lösen. :smiley1:
Hier also unser Bericht mit den passenden Bildern:
Samstag, 22.06.13, Wanderung durch die Milischlucht.
Für diesen Tag hatten wir uns eine Wanderung durch die Milischlucht vorgenommen. Die Schlucht liegt sehr nah bei Rethymnon in südlicher Richtung. Zunächst fuhren wir ins Dorf Chromoanastiri und parkten die Jeeps auf einem alten Sportplatz unter einer Taverne. Dort spielten einige Kinder auf der Terrasse Brettspiele. Ansonsten wirkte es hier ziemlich "ausgestorben".
Wir gingen zurück zur Dorfstraße, dann einige Meter nach links um dann sofort in einen Schotterweg nach rechts abwärts zu gehen. Sehr schnell waren wir aus dem Dorf heraus und mitten in der schönen Landschaft. Gräser, Büsche und Olivenbäume soweit das Auge reicht. Der Weg war frisch mit roten Farbmarkierungen gekennzeichnet, wobei wir diese nicht benötigten, da wir die Tour mittels GPS geplant hatten.
Bereits nach einem kurzen Wegstück erreichten wir die einsam gelegene Kapelle Agios Efthios. Arbeiter waren gerade dabei Renovierungsarbeiten durchzuführen. Irgendwie ist es wie immer. Alles kann zusammenfallen. Nur die Kirchen und Kapellen nicht. Die Sonne ist auf diesem Wegstück in Richtung des Dörfchens Xiro Chorio schon ziemlich heftig. Es bieten sich nur zwei Schattenplätze auf der Strecke von etwa 4km.
Rechter Hand erkennen wir unter uns auch eine Art Schlucht, die aber nicht näher bezeichnet ist. Auf der anderen Seite in der Ferne sehen wir die Verbindungstrasse von Rethymnon nach Voleones. Die wenigen Autos dort bewegten sich aus unserer Perspektive wie Spielzeugautos. Nach etwa 4km erreichten wir ein Olivenfeld auf dem ein Bauer seiner Arbeit nachging.
Als er uns erblickte kam er sofort zu uns und sprach uns mit "Germanida?" an. Irgendwie scheint es uns also mal wieder auf der Stirn zu stehen. In einem netten Gespräch mit drei Brocken Griechisch, Deutsch und Englisch erfuhren wir, dass sein Sohn in Hannover klassische Musik studiert und Hannover eigentlich fast so wie Rethymnon ist. Na ja, das liegt wohl im Auge des Betrachters. Er selbst betreibt hier einen kleine landwirtschaftlichen Betrieb, kommt so über die Runden und fühlt sich so wie es ist ganz wohl.
Schließlich wollte er uns noch seinen Hund zeigen, der sich offenbar irgendwo an einem schattigen Plätzchen verkrochen hatte. Er war eigentlich überzeugt, dass sein Hund sofort zu ihm käme, wenn er ihn riefe. Nach mehreren Versuchen quittierten wir seine Versuche schließlich mit "Cigar Cigar". Wir lachten gemeinsam über die Situation und verabschiedeten uns schließlich freundlich mit Handschlag.
Wenige Minuten später erreichten wir das Dörfchen Xiro Chorio. Kurz vor dem Ortseingang auf einer geteerten Straße hielt unvermutet eine Frau neben uns an, winkte uns zu und bedeutete uns, dass wir einen Moment warten sollen. Sie ging zu ihrem Kofferraum holte für jeden von uns vier zwei Stück frisches Obst heraus, wünschte uns einen schönen Tag und freute sich sichtlich, als wir alle sofort genussvoll das Obst genossen. Hatte ich in den Medien zu Hause nicht mal was von Deutschfeindlichkeit gelesen?.....
Durch das Dorf hindurch ging es über schmale Gassen auf denen sich zwei Frauen die gerade die Straße mit dem Wasserschlauch abspritzen, offenbar über den Gedanken amüsierten, sie könnten uns im Vorbeilaufen auch mit etwas Wasser beglücken. Und wieder gab es von allen Seiten "wissendes" Lächeln.
Die Gasse die hier sehr schön mit bunten Blumen bewachsen ist, geht steil hinunter, bis wir schließlich den eigentlichen Einstieg in die Schlucht erreichten. Nach links ging es nach Mili, bzw. in die Schlucht und zur Kapelle Agios Nikolaos. Nach rechts zur "Kantina Banana". Wir entschieden uns für die erste Alternative.
Hinein in die schattige grüne Schlucht in der auch zu dieser Zeit noch Wasser fließt. Teilweise durch alte Aquädukte hindurch gelenkt, teilweise frei fließend.
Die Kapelle Agios Nikolaos ließen wir jedoch bildlich links liegen und entschlossen uns weiter bergan bis zur nächsten Kapelle zu wandern. Dort machten wir eine Rast. Der Weg kreuzte anschließend wieder einmal den Bachlauf und es ging an der anderen Schluchtseite vorbei an den verfallenen alten Mühlen.
Wir erreichten einen alten kleinen Friedhof in der Schlucht, der links oberhalb des Weges durch ein altes Tor erreichbar ist. Die Kapelle liegt an einer Naturquelle und wir erfrischten uns hier. Nach einer kurzen Rast im Schatten großer Bäume und dem Genuss einer wunderschönen Aussicht zurück über die Schlucht bis hin zur Küste setzten wir unseren Weg fort. Wir erreichten die Kantine "Evangelios" in der Schlucht. Wobei wir hier allerdings nicht einkehrten, da wir genügend eigenen Proviant dabei hatten. Die Kantine war zu diese Zeitpunkt mittelmäßig besucht.
Wir verließen die Schlucht schließlich in Höhe der Kapelle des Agios Antonios und erreichten hier wieder die Verbindungsstraße auf der wir nach Chromonastiri gefahren waren. In einer scharfen Linkskurve hielten wir uns rechts auf einem Schotterweg der uns zunächst geradeaus weiter bergan und nach einer Gabelung links wieder bergab führte. Angekommen in einer Senke machte der Weg eine 180Grad-Wendung. Hier gab es rechts einen ziemlich zugewachsenen aber noch begehbaren Pfad, der uns steil hinauf ins Dort Chromonastiri führte. Durch die engen Gassen des Dorfes kamen wir schließlich zurück zu unseren Jeeps, die unterhalb der Taverne "Elija" parkten Eine nette Wanderung.
Abends fuhren wir dann zum Essen in die Taverne Fantastico oberhalb von Maroulas, die wir zuvor bereits in Augenschein genommen hatten. Die Aussicht war wie erwartet auch in den Abendstunden sehr beeindruckend. Die Lichter der Küste, die Fortezza in Rethymnon. Alles sehr gut zu sehen. Unser Hauptaugenmerk lag jedoch natürlich auf dem Essen. Es gab Kalb, Ziege, und Schwein. Und das war wirklich alles sehr gut . Die Preise waren unserer Ansicht nach moderat und nicht überhöht, wie es in einem Eintrag im Fohrer zu lesen war.
Wer hier in der Gegend abends essen möchte, sollte das ruhig einmal probieren.
"Bedenken tragen sich leichter als Verantwortung..."