Ja Alexandra, den Steg sah man vorher nicht.
Weder im Netz, und auch nicht wenn man mit dem Auto daran vorbei fährt.
So etwas sehen nur Radler und Fußgänger wenn sie neugierig sind.
Da die Straße aber sehr selten von Fußgängern benutzt wird,
der Weg am Strand entlang ist einfach schöner und sicherer,
ist er weitgehend unbekannt.
Er wurde meistens von der Frau des fahrenden Korbflechters zum Waschen benutzt.
Leider, leider habe ich kein Bild von dem verwilderten Vorzustand gemacht.
Das wäre jetzt ein toller Vergleich.
Was sagt mir das? ---> Ich muss mehr fotografieren.
Doch ich bin mir sicher, die Natur holt sich ihr Reich zurück.

Auf der Holzbrücke stehe ich auch sehr gern.
Das war schon das zweite Mal das die Brücke neu belegt wurde.
Vor der ersten Reparatur hatte ich stark mit Abriss gerechnet.
Die Möwen sind dort sehr oft im großem Schwarm.
Der Fluss bringt immer etwas fressbares mit. Und auf der anderen Seite haben die Wildenten ihr Reich.
Ich konnte dort auch schon eine Schildi-Familie beobachten, aber deren Anblick ist selten.
Doch all das sind statische Ereignisse.
Wenn du einmal die Dynamik mit der der Fluss gegen das Meer ankämpft und umgekehrt, gesehen hättest,
dann wärst du über die Kraft der Natur sicher auch begeistert.
Das Wasser schafft Unglaubliches.
Jetzt, "im Normalfall", fließt das Wasser des Flusses geradeaus in das Meer.
Irgendwo im Hinterland hat es geregnet, der Fluss führt ordentlich Wasser.
Da kann das Meer nicht viel machen.
Aber dann im Frühjahr, wenn die Wassermenge geringer wird, dann drückt das Meer gegen die Mündung,
und schüttet große Mengen Sand in das gerade verlaufende Flussbett.
Der Sand wird immer mehr und höher, und irgend wann muss der Fluss seitlich ausweichen.
"Rollt er nach links, oder rollt er nach rechts?" wie sich Jürgen von der Lippe schon fragte.
Je nach dem woher der Wind weht, macht der Fluss dann eine scharfe Biegung, meist nach rechts.
Weil die Hauptwindrichtung von Nord bis Ost ist.
Er fließt dann parallel zum Strand, zwischen Fluss und Meer ist der Damm.
Mit der Zeit wird der Damm immer länger, einmal waren es etwa 100m.
Wenn du heute zum Fluss gehst, vom Synka-Markt kommend,
dann siehst du kurz vor dem Fluss im Strand-Sand eine scharfe Hangkante.
Bis dort hin ging einmal der Fluss.
Wenn ich jetzt mit jemand dort hin gehen würde und ihnen das erzählen würde,
dann würden es die Meisten nicht für möglich halten.

Diese sichtbare Kraft der Natur fasziniert mich immer wieder.
Doch um das miterleben zu können, muss man schon längere Zeit hier sein.
Urlauber bekommen solche Veränderungen überhaupt nicht mit.
Dynamik braucht eben auch seine Zeit.
Und das geht schon seit tausenden Jahren so, wie klein wir doch sind.

Euch allen einen schönen 4. Advent, wer kann trinkt ein Glas Glühwein für mich mit.
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Gruß Bernd