Seite 2 von 2 ErsteErste 1 2
Ergebnis 41 bis 54 von 54

Thema: Archäologie auf Kreta

  1. #41
    Registriert seit
    12.July.2013
    Beiträge
    1.659

    Standard AW: Archäologie auf Kreta

    oh, Godolella/Jochen,
    danke für Deine Hinweise! (heute erst gelesen) Ja, es gibt viel zu forschen. (ein Glück, dass nicht jeder alles selbst erforschen muss, sondern auch auf diverse andere Forschungsergebnisse und auf verschiedenste Medien zurückgreifen kann.)
    Das war eigentlich auch nur mein Ansatz.

    Ein aus meiner sehr individuellen Sicht interessantes archäologisches Thema wird sicher auch nicht alle interessieren; ich spreche es mal trotzdem an; auch auf die Gefahr hin, dass ich die einzige HIER bin:
    Bei Gortyn gibt es einen "temple of egyptian gods", unweit der in Stein gemeißelten Gesetzestafeln, dort wo die meisten Touristen früher oder später mal vorbeikommen.
    Den ägyptischen Tempel fand ich schließlich versteckt im Olivenhain, eingezäunt, von der Natur überwuchert, keinerlei Hinweis auf eine Besichtigungsmöglcihkeit. Beim Ticketkauf für Gortyn habe ich selbstverständlich auch danach gefragt; man konnte mir dort nichts darüber sagen. Internet, Bücher? Fehlanzeige! Man muss schon Schleichwege ausfindig machen, wenn man darüber etwas wissen möchte. Ich finde es einfach schade. Werde mich demnächst mal etwas intensiver mit dem Kreta-Umweltforum auseinander setzen und bitte um Nachsicht, falls ich diese Sehenswürdigkeit schon mal an einer anderen Stelle hier angesprochen habe. Naja, eine Sehenswürdigkeit ist es soo, wie man es derzeit sehen kann, nur sehr bedingt.

    Manchmal wird man dort fündig, wo man es am wenigsten erwartet; in diesem Fall bekam ich einen sehr aufschlußreichen Hinweis aus dem Ägyptologie-Forum. Für mich immer wieder spannend zu sehen, wie vielfältig die Verbindungen vor längst vergangener Zeit bereits waren und was davon übrig blieb.

    Rena

  2. #42
    Registriert seit
    26.May.2005
    Ort
    Exopolis - Kreta - Geb. HH
    Alter
    70
    Beiträge
    6.949

    Standard

    Koumása bei Bangioniá südlich von Mires ist auch eine geschichtsträchtiege Region und war besonders von den Minoern besiedelt. Ein Bericht der Griechenlandzeitung vom Januar widmet sich der dortigen Ausgrabung. Von dort gibt es besondere Fundstücke.
    LG, Tom

    https://georgioupoli.net/Koumasa.jpg

  3. #43
    Registriert seit
    22.September.2021
    Ort
    Spremberg (Lausitz)
    Beiträge
    14

    Standard

    Der Grabungsleiter von Koumása ist übrigens der Archäologe Prof. Diamantis Panagiotopoulos, der auch an der Uni Heidelberg lehrt und das Sachbuch "Das minoische Kreta - Abriss einer bronzezeitlichen Inselkultur" (Verlag Kohlhammer2021) geschrieben hat. Für mich eines der besten und informativsten Sachbücher der letzten Jahre (nach Brinna Otto) und er geht insbesondere auf neue Einschätzungen aus aktuellen Grabungsergebnissen ein. Wer sich intensiver mit der Minoischen Kultur und Geschichte befassen möchte, dem sei dieses Buch auf alle Fälle zu empfehlen. Auch weil Prof. Panagiotopoulos nicht in den Trend einiger aktueller Altertumsforscher verfällt, alle Erkenntnisse der frühen minoischen Archäologie (Evans, Halbherr u.a.) zu negieren.

  4. #44
    Registriert seit
    26.May.2005
    Ort
    Exopolis - Kreta - Geb. HH
    Alter
    70
    Beiträge
    6.949

    Standard

    War jemand bereits bei der Tempelanlage der Göttin Demeter in Falasarna?
    Von lifo.gr
    LG, Tom

  5. #45
    Registriert seit
    25.August.2011
    Beiträge
    8.028

    Standard

    Ja, im Januar. War alles abgesperrt.

  6. #46
    Registriert seit
    26.May.2005
    Ort
    Exopolis - Kreta - Geb. HH
    Alter
    70
    Beiträge
    6.949

    Standard

    Eine Absperrung durch einen Zaun?
    LG, Tom

  7. #47
    Registriert seit
    25.August.2011
    Beiträge
    8.028

    Standard

    Ja. Das ist doch wenn man von der Kapelle den schmale Fußweg auf den Sattel hinauf geht?

  8. #48
    Registriert seit
    28.February.2009
    Ort
    NRW
    Alter
    77
    Beiträge
    5.717

    Standard

    Wir waren 2020 dort bis zur Kirche (mit Corona-Masken ) es wäre auch noch weiter gegangen...
    Zäune waren da, aber kein Mensch, was soll's....

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	P1050279.jpg
Hits:	62
Größe:	502,8 KB
ID:	104523 Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	P1050280.jpg
Hits:	55
Größe:	531,2 KB
ID:	104524 Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	P1050283.jpg
Hits:	67
Größe:	453,5 KB
ID:	104525
    Gruß Michael

    Zum Arbeiten zu alt, zum Sterben zu jung...
    aber für Kreta topfit!



    Αν σε κλωτσήσει ένας γάιδαρος, δεν έχει νόημα να τον κλωτσήσεις κι εσύ.

  9. #49
    Registriert seit
    25.August.2011
    Beiträge
    8.028

    Standard

    Bei uns sah das im Januar 2026 so aus (ohne Schlupfloch, die Türen alle zu):



    Und da oben, rechts in der Scharte, muss der Demeter-Tempel sein. Bzw. was davon übrig ist:


  10. #50
    Registriert seit
    26.May.2005
    Ort
    Exopolis - Kreta - Geb. HH
    Alter
    70
    Beiträge
    6.949

    Standard

    Das war offensichtlich eine schon immer belebte Gegend. Die Ausgrabungen brachten einiges zu Tage.
    Interressant ist auch der Artikel vom GR-Fernsehsender ertnews.gr 8.2025:

    "Insgesamt wurden im Jahr 2024 über 500 rituelle Gegenstände und 200 Bausteine ausgegraben – Funde, die die Bedeutung des Ortes und seine tiefgreifende historische Vergangenheit verdeutlichen. „Eine neue Erkenntnis ist, dass in den unteren Schichten der Ausgrabungsquerschnitte auf dem natürlichen Fels handgefertigte Keramik, Steinmörser, zusammengesetzte Werkzeuge aus Feuerstein, Obsidian und Quarz, Beile aus geschliffenem Stein und Knochengegenstände, die auf die späte Jungsteinzeit (3500 v. Chr.) datiert werden... Intakte Figuren von Vögeln, Schildkröten und Schweinen, Öllampen und andere Gegenstände gefunden, die zu dem Schluss führen, dass hier die Thesmophorien zu Ehren von Demeter und Persephone gefeiert wurden...

    Diese Funde belegen die Präsenz der prähistorischen Zivilisation des Neolithikums und der minoischen Zeit, wie auch der vorgriechische Name Falasarna zeigt. „Wir glauben, dass diese früheste Phase mit der Nutzung des Gebiets zusammenhängt, als es noch mit Höhlen übersät war, in deren Ruinen die Stadt später mit monumentalen Tempeln befestigt wurde, was auf die strategische Bedeutung der gesamten Halbinsel Kastri (Koutri) über Tausende von Jahren hindeutet...

    Parallel dazu wurden Arbeiten am imposanten Befestigungs-Tor des Hafens durchgeführt, das sich durch massive viereckige Säulen und eine elegante Verzierung des Gesimses auszeichnet...
    Die große Menge an Dachziegeln, die bei den Ausgrabungen gefunden wurde, lässt darauf schließen, dass das Bauwerk mit korinthischen Dachziegeln gedeckt war... Turm 2, einer der fünf Wehrtürme des Hafens, wurde in den 1990er- und 2000er-Jahren zu drei Vierteln freigelegt... "
    Übersetzt mit DeepL.com
    Bild auch von ertnews.gr 8.2025:
    LG, Tom

  11. #51
    Registriert seit
    26.May.2005
    Ort
    Exopolis - Kreta - Geb. HH
    Alter
    70
    Beiträge
    6.949

    Standard

    Beeindruckend, was die Insel so erlebt hat. Das es dort einst wie auf dem Bild ausgesehen haben soll, hat mich zum Stöbern angeregt.
    Die letzte prägende geologische Veränderung brachte das gewaltige Erdbeben vor der Küste Kretas am 21. Juli 365 n. Chr. mit ~8,5 Richter, das zu der Hebe- und Kippbewegung der Insel führte (Eine Radiokohlenstoffdatierung zeigt einen späteren Zeitpunkt).
    Der äußerste Westen mit der Halbinsel Gramvousa und der Hafenstadt Falassarna hob sich um bis zu 9 Meter aus dem Meer. Auch andere ehemalige Hafenbecken liegen heute oft weit im Trockenen. Alte Küstenlinien sind vielerorts im Fels noch gut zu erkennen.
    Während der Westen ja massiv angehoben wurde, fiel die Hebung nach Osten hin ab. Bei Chania waren es etwa 6 Meter. Östlich der Linie etwa von Rethymnon bis Heraklion kippte die Inselplatte nach Südosten und senkten sich weite Teile der Küstenbereiche teilweise ab, wodurch antike Hafenanlagen versanken.
    Der Hafen von Káto Zákros, er bildete einst die strategische Basis für den florierenden Handel mit Ägypten und dem Orient.
    Der versunkene Hafen von Itanos im Nordosten war eine mächtige Hafenstadt, eine reiche Transithandelsstation.
    wikipedia
    und die englische wiki
    LG, Tom

  12. #52
    Registriert seit
    26.May.2005
    Ort
    Exopolis - Kreta - Geb. HH
    Alter
    70
    Beiträge
    6.949

    Standard Bierherstellung in Zominthos

    Kalo Mina!
    Die Siedlung Zominthos vor der Nidahochebene bietet auch sehr interessante Neuigkeiten, seit letztem Jahr für Besucher geöffnet.
    Das 'Archaeoligical Institute of Am." meint, es wäre interessant zu untersuchen, ob Zominthos eine antike Brauerei beherbergt haben könnte, da das Nida-Plateau ein gutes Klima für den Anbau von Getreide bietet, das kühlere Bedingungen bevorzugt (wie z. B. Gerste). Diese Theorie könnte auch den Zweck einiger Keramikfunde erklären. So könnte beispielsweise der Gefäßboden mit Fingerabdrücken der Sockel einer Handmühle gewesen sein, mit der Getreide zu Mehl vermahlen wurde. Die Lekanes und Kymbe könnten während des Gärprozesses verwendet worden sein. Auch das „florale“ Muster auf der in Raum 15 gefundenen Rhyta (Trinkgefäß) ähnelt eher einem Getreidehalm als einer Blüte, möglicherweise Sorghum oder Gerste. Sorghum (und Gerste) lassen sich ebenfalls zu einem Getränk/Bier vergoren, und diese Darstellung würde zur Verwendung einer Rhyta passen. Die Existenz einer Brauerei in Zominthos würde auch zur Töpferwarenherstellung an einem so abgelegenen Ort passen, da es wenig Sinn ergäbe, Töpferwaren in den Bergen und fernab der Küste (angesichts der Transportschwierigkeiten) herzustellen, es sei denn, sie dienten dort der Herstellung, Aufbewahrung und dem Transport eines wertvolleren Gutes. Ein Artikel von Jiajing Wang („Frühe Hinweise auf Bierkonsum in einem 9000 Jahre alten Plattformhügel in Südchina“) beschreibt die Methoden, mit denen man nachweisen kann, ob Töpferwaren zur Aufbewahrung von Alkohol verwendet wurden. Es wäre interessant zu sehen, was ähnliche Untersuchungen der in Zominthos gefundenen Töpferwaren ergeben würden.

    In der Keramikwerkstatt wurden u.a. zwei rätselhafte „Lekanes“ gefunden.
    Es gibt keine Parallelen in der minoischen Archäologie. Obwohl sie modernen Saftpressen ähneln, ist ihre Funktion unklar. Der Ausguss war zum Ausgießen von Flüssigkeiten bestimmt, daher vermuten wir, dass sie entweder bei der Keramikherstellung oder zum Auspressen von Obst und Gemüse verwendet wurden..."
    In 'Archaeoligical Institute of Am.' in englisch.
    und minoancrete.com
    LG, Tom


  13. #53
    Registriert seit
    25.May.2006
    Ort
    Hessisch Ghana
    Beiträge
    4.845

    Standard

    Lekanes(λεκανες) sind ja wohl Schüsseln. Aber was sind Kymbe?
    MfG Günt(ohne h)er
    εν οίδα ότι ουδέν οίδα (Σωκράτης)


  14. #54
    Registriert seit
    4.June.2005
    Beiträge
    887

    Standard

    Hallo Tom,
    danke für den interessanten Artikel über Zominthos.
    Auch die beiden angefügten URLs sind sehr "nahrhaft"!
    Ich war im vergangenen Spätsommer dort und mich haben besonders die Lage und die Ruhe fasziniert - wir waren die einzigen Besucher.
    Für Menschen, die nicht so sehr an Archäologie interessiert sind, mag die Ausgrabung unbedeutend erscheinen.
    Nach dem Lesen der zugehörigen Artikel finde ich Zominthos noch sehenswerter.

    Grüße in den Westen von
    aleka

    P.S.: GÜNTER, zu den "Kymbe" findest du einen Erklärungsversuch in der Web-Seite des "Arch. Institute of Amerika"
    Those who cannot remember the past, are condemned to repeat it!
    J. Santayana 1906

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Ja
  • Beiträge bearbeiten: Ja
  •