Zitat Zitat von Hanni Beitrag anzeigen
Ich denke, es sind jetzt schon über 70 Jahre ins Land gegangen, kann man nicht mal die Deutsche ,, Kriegsgeschichte ,, ruhen lassen.
Es ist doch schon alles aufs kleinste Detail durch hohe Gerichte usw. in der Öffentlichkeit bekannt geworden und wird auch bis jetzt noch durch ,, Schuld-Beträge ,, beglichen!
Eben nicht, Hanni. Und gerade in der momentanen Situation Griechenlands ist das Thema aktueller denn je:

Zwar sind bis heute Fragen und Probleme bei der Tilgung deutscher Schulden aus dem Zweiten Weltkrieg nicht endgültig geklärt, vor allem auch bei Reparationen an Griechenland nicht. Doch hat der Schuldenerlass von London Deutschland den Schub gegeben, den das Land für den Wiederaufbau und das "Wirtschaftswunder" dringend benötigte. Und vor allem bekam Deutschland durch den Schuldenerlass wieder Zugang zu den internationalen Finanzmärkten und wurde wieder kreditwürdig.

Kritiker und internationale Medien wie die "New York Times" werfen Deutschland vor, die eigene historische Erfahrung im Schuldenstreit mit Griechenland zu vergessen.

http://www.tagesspiegel.de/politik/l.../12026848.html
Berlin argumentiert, Athen habe sämtliche Forderungen verwirkt

Die Bundesregierung lehnt solche Reparationszahlungen jedoch kategorisch ab. Sie argumentiert, mit dem sogenannten Zwei-plus-Vier-Vertrag aus dem Jahr 1990 zwischen den USA, der Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien einerseits und der Bundesrepublik und der DDR andererseits.

Dieser Vertrag regele die Wiedervereinigung und die Souveränität Deutschlands und enthalte eine abschließende Bestimmung zu den Reparationen. Die Vertragspartner hätten dabei den Willen gehabt, weitere Zahlungen für die Zukunft auszuschließen.

Athen argumentiert, die Siegermächte und Deutschland hätten doch keinen Vertrag zu Lasten eines Dritten - nämlich Griechenlands - schließen können. Dem hält Deutschland die ebenfalls 1990 beschlossen Charta von Paris entgegen. Die hat Griechenland unterzeichnet. Darin heißt es, man nehme "mit großer Genugtuung Kenntnis" vom Zwei-plus-Vier-Vertrag.

Hätte Griechenland spätestens da Reparationsforderungen vorbringen müssen? Hat es also sinngemäß auf diese verzichtet? Darüber lässt sich ebenso streiten wie über die Behauptung Deutschlands, man habe im Rahmen der europäischen Einigung via Brüssel viel für Griechenland gezahlt. Daher könne Athen jetzt nicht mit alten Kriegsschulden daherkommen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/d...ehne-1.2395518
Aber abgesehen davon, dass die Reparationsfragen noch nicht geklärt sind, bin ich ebenfalls der Ansicht, dass man die Geschichte lebendig halten muss, damit so etwas nie wieder passieren kann.

Schon die Tatsache, dass wir uns heute noch mit Zeitzeugen unterhalten können, zeigt doch, dass all die Gräueltaten noch nicht so lange her sind, als dass man sie jetzt mal langsam unter den Teppich kehren könnte.

Und wer die Griechen und ihre Beziehung zu den Deutschen wirklich verstehen möchte, muss sich der Geschichte stellen.

Du sagst es selbst, Hanni, dass du mit einer kretischen Familie gesprochen hast, die den Krieg mitgemacht hat.
Du wirst auch heute keine Familie auf Kreta finden, die nicht in irgendeiner Form durch den Zweiten Weltkrieg geprägt wurde.