Kretas Tourismusmodell für 2026 steht an einem Wendepunkt. Die Insel, das Aushängeschild des griechischen Tourismus, konzentriert sich nicht länger auf Besucherrekorde, sondern muss sich der Frage stellen: „Wie wird die Infrastruktur das verkraften?“
In der Diskussion um die diesjährige Saison geht es nicht mehr um die Besucherzahlen, sondern um die Versorgung der Gäste, da Kreta seine Kapazitätsgrenze erreicht zu haben scheint.
Die drei größten Schwachstellen der Infrastruktur: Trotz der Modernisierung der Hotels hinkt die öffentliche Infrastruktur dramatisch hinterher und führt zu erdrückenden Zuständen:
Wasserknappheit: Sie ist das drängendste Problem. Angesichts der anhaltenden Dürre ist die Lage schwierig, da ein Tourist durchschnittlich dreimal so viel Wasser verbraucht wie ein Einheimischer.
Transport & VOAK: Verspätungen bei VOAK und Staus in den Städten (aufgrund fehlender Parkplätze) beeinträchtigen die Besucher erheblich. Gleichzeitig arbeitet der Flughafen Nikos Kazantzakis am Limit seiner Kapazität.
Abfallmanagement: In den Hochsaisonmonaten treten erhebliche Probleme auf.
Die kretische Gastfreundschaft wandelt sich. Die demografische Alterung und der Mangel an einheimischen Arbeitskräften verändern die Tourismuslandschaft grundlegend. Die zahlreichen offenen Stellen werden dieses Jahr mit Arbeitskräften aus Drittländern besetzt.
Herkunftsländer: Philippinen, Bangladesch, Indonesien, Indien, Nigeria, Äthiopien.
Diese Entwicklung verändert unweigerlich die traditionelle kretische Gastfreundschaft, da die Zahl der einheimischen Arbeitskräfte stetig sinkt.
Saisonbeginn und Finanzkennzahlen
Saisonbeginn: Die ersten Hotels öffnen zwei Wochen vor Ostern (5. April).
Erwartungen: Laut Nikos Chalkiadakis, Präsident des Hotelverbands Heraklion, wird das Jahr voraussichtlich ähnlich gut wie 2025 (5,6 Millionen Besucher) ausfallen, mit einem Anstieg von maximal 3–4 % aufgrund der gut ausgebauten Infrastruktur.
Einnahmen: 2025 erwirtschaftete Kreta 7,5 Milliarden Euro, was 33 % der gesamten Tourismuseinnahmen Griechenlands entspricht. Die Warnung für Kastelli: Die Intervention des Präsidenten von POX, Yiannis Hatzis, sorgte für besonderes Aufsehen. Er warnte eindringlich vor den Folgen für den neuen Flughafen:
„Der Flughafen in Kastelli wird vorbereitet. Ab 2028 sollen die ersten Passagiere landen… Gibt es bereits Straßenverbindungen nach Elounda, Heraklion und Rethymno? Ist die VOAK bereit? Nein. Ohne eine Beschleunigung der strategischen Investitionen wird Kastelli keinen Beitrag zur Wirtschaft Kretas leisten können.“
Hatzis betonte, dass Griechenland im Vergleich zu seinen Konkurrenten (Türkei, Ägypten, Saudi-Arabien) in puncto Infrastruktur 20 Jahre hinterherhinkt, gemessen an der Anzahl der Touristen, die es empfängt (Einnahmen von über 23 Milliarden Euro landesweit).